Brief an Schulleitungen

Betreff: Schul- und Kindertagesstättensanierung in Braunschweig

 

Sehr geehrte Frau…

Sehr geehrter Herr…

zurzeit führen Sie Gespräche zur Sanierung Ihrer Bildungseinrichtung mit der Verwaltung der Stadt Braunschweig (Fachbereich 40 und 65). In diesen Gesprächen werden Sie aufgefordert, alle Wünsche ihrer Schule/Kita für die geplanten Sanierungsmaßnahmen in Zusammen-arbeit mit einem privaten Anbieter (PPP-Modell) zu benennen. Die Pläne jeder Schule/Kita werden in ein Leistungsverzeichnis aufgenommen, das die Grundlage für die Umbaumaßnahmen, aber auch für den 25-jährigen Betrieb sein werden. Bis Ende November soll die Erstellung des Leistungsverzeichnisses für alle Schulen und Kindertagestätten abgeschlossen sein. Spätere Änderungen werden kaum noch vorzunehmen sein.

Das Leistungsverzeichnis ist Bestandteil für die zu schließenden Verträge und ist für alle Verhandlungspartner und Betroffenen die bindende Grundlage für die Zusam-menarbeit der kommenden 25 Jahre!

Nur wenn jetzt ALLES bedacht wird, werden in Zukunft z. B.

- die Anwesenheits- und Präsenzpflicht der Haumeister analog der bisherigen Regelungen fortgeschrieben;

- werden die Reinigungsintervalle in den Schulen durch einen privaten Betreiber zur Zufriedenheit geregelt sein;

- wird der Mensabetrieb, wie bisher in Kooperation mit Elterninitiativen bzw VHS-Projekten möglich sein;

- wird es Schüler- und Elterninitiativen möglich sein, auch nach Unterrichtsschluss Unterrichtsräume kostenlos zu nutzen, z. B. für FahrschülerInnen oder zur Hausauf-gabenbetreuung

- werden LehrerInnen spontan mit SchülerInnen-AG's zu einem aktuellen Thema nach Unterrichtsende in der Schule arbeiten können;

- werden die Anforderungen an die „Inklusive Schule“ berücksichtigt;

- wird in Zukunft wieder Toilettenpapier durch den Betreiber zur Verfügung gestellt , usw. usw. um nur einige banale Beispiele des täglichen Zusammenlebens und

-arbeitens an einer normalen Schule zu nennen;

Wir haben mit Architekten und Pädagogen diskutiert, wie eine Schule der Zukunft aussehen könnte. Es gibt inzwischen vielfältige interessante Beispiele auch in der Bundesrepublik. Wir müssen nicht auf skandinavische Modellschulen verweisen. Machen Sie sich die Mühe und sehen Sie sich einige Beispiele im Internet an:

http://www.montag-stiftungen.com/de/gute-beispiele/

http://www.baupiloten.com/ger/Main_projekte.htm

Vielleicht werden sie sagen, dass ist in Braunschweig nicht möglich, sicher wird nicht alles 1:1 übertragbar sein. Aber vielleicht erhalten sie einige Anregungen für ihre anstehenden Gespräche mit der Stadtverwaltung.

Wir planen im November eine erste Veranstaltung zu dem sehr interessanten Thema "Pädagogische Architektur" mit einer Referentin/einem Referenten der Montag-stiftung. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie dann begrüßen können.

Rudolf Karg, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, hat sich in einer Pressemitteilung (http://www.vbe-bw.de/wDeutsch/presse/meldungen/2009_09_27.php?navid=22 ) zur Schulsanierung folgendermaßen geäußert: "`Mit den Schulbauförderrichtlinien der Nachkriegszeit kann man keinen modernen offenen Unterricht von heute machen.` … Es sei nicht nur notwendig, die neuesten bautechnischen Anforderungen an Unfallverhütung und Brandschutz bei den Schulgebäuden zu berücksichtigen und umzusetzen, sondern endlich auch die Größe und Ausgestaltung der Klassenzimmer, wie sie ein moderner Unterricht erfordert, schimpft VBE-Chef Karg. … Selbstverantwortetes Lernen, verstärkte Arbeit in Gruppen und Projekten, jahrgangsgemischter Unterricht mit persönlich zuge-schnittenen Bildungsplänen, Werkstattarbeit, Wochenpläne und Ganztagsangebote erfordern mehr Platz in den Klassenzimmern, mehr Räume zum Ausweichen und Möglichkeiten, um etwa individuelle Lerntheken einrichten zu können."

 Bedenken sie bitte auch, dass es nach dem NSchG § 39 möglich ist, einen Schulbauausschuss (LehrerInnen/Eltern/SchülerInnen) an Ihrer Schule einzurichten.

 Falls Sie Fragen zu diesem Thema haben oder uns Wichtiges mitteilen möchten, freuen wir uns sehr von Ihnen zu hören.

 Mit freundlichen Grüßen

i. A. Hansi Volkmann

DGB SON

AnhangGröße
Brief-Schulleitungen.doc57 KB